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Sortenbegriffe

5 Sorten der Amineae: Die Römer kannten 5 Sorten der Aminea: Aminea syriaca, Aminea hirsuta, A. germanikeiya, Aminea gemella major, Aminea gemella minor. Sie entsprechen möglicherweise den Sorten Pinot noir, Pinot meunier und Traminer. Gemella könnte von arabisch: Ǧamāl‚ Schönheit abgeleitet sein und vielleicht den Gamay meinen.

Altfränkische Hauptsorten: Alte Sorten aus der Zeit des Fränkischen Reichs

Altfränkischer Mischsatz: Sortenmischung aus sog. fränkischen Sorten wie Adelfränkisch, Kleinfränkisch, Großfränkisch, Vogelfränkisch oder Gutfränkisch, die im Frühmittelalter aus der Awarenmark, vor allem aus Mähren und Kärnten importiert wurde.

Altfränkische Rebsorten: Sortenmischung, die im Frühmittelalter aus der Awarenmark (Mähren und Altbayern) importiert wurde.

Furmentin-Gruppe: Eine Gruppe von Sorten um den weißen Traminer, die im Mittelalter in die Westalpen kam und strohgelbe Weine gab.

Hänglinge: Ein Sortenkomplex, der für mehrere Sorten mit dem Namen Hängling verwendet wurde. Die zwei Hauptsorten sind der Rotblaue Hängling und der Schwarze Hängling, auch Süßroth (Tauberschwarz) und Süßschwarz genannt, die insbesondere im winterkalten Osten Deutschlands an der Saale und in der Lausitz als Hänglinge verbreitet waren.

Hintzen, Hüntsche Sorten: Heunisch und verwandte hüntsche Sorten sind nicht nach den Hunnen, sondern nach den Hintzen benannt, der deutschsprachigen Bevölkerung im Burgenland, die seit Bestehen der Ostmark ab 1000 n.Chr. dort siedelte und den spätantiken Mischsatz nach Deutschland exportierte.

Komplex der Römer-Welschen Trauben: Die Römer-Welschen sind ein Sortenkomplex, der seit dem Mittelalter mit den Blauwelschen, Rotwelschen und Zottelwelschen am Neckar gebaut wurde.

langschnäblige Rebkerne: Die Kulturform der Weinrebe wird gemeinhin mit langschnäbligen Rebkernen in Verbindung gebracht, die bei den zentralasiatischen Sorten aus dem Nordiran und dem östlichen Zentralasien besonders lang sind. Allerdings müssen auch einige der Sorten mit kurzschnäbligen Kernen als Kulturreben betrachtet werden, es sei denn, man rechnet den Pinot noir und etliche nordsyrisch-westkaspische Kulturformen nicht zu den Kulturreben.

Mehlweiße: Die Weißen sind eine Gruppen von großtraubigen Traubensorten aus dem Burgenland und Westungarn, zu denen u.a. die Grobweiße (Heunisch), die Silberweißen (Honigler, Weiße Urbanitraube) und die Mehlweißen gehören.

Morillon-Pinot-Komplex: Ein Komplex ähnlicher oft verwechselter Sorten, die eine Sortenpopulation aus Geschwistern und Verwandten des Pinot bilden.

Noble Sorten: Im französischen Sprachraum nannte man die altfränkischen Sorten cépages nobles, noble bzw. edle Sorten

Schlehentrauben: Sorten mit auffällig schlehenblauen Beeren, die dieselbe Farbe von Schlehenfrüchten zeigen. Zu ihnen gehören z.B. der Blaue Kölner, der Römer Purcsin, der Schlehenblaue Wildbacher (Blauer Ungarelbling), die blaue Champagnertraube (Kölner) und die rote Champagnertraube (Enfariné).

Sorten der Welschen: Im Mittelalter des Stauferreichs bezog sich die Bezeichnung Großwelsche auf Sorten aus der von den Staufern regierten Lombardei.

Thrakisch-wallachische Sorten: Sorten, die bereits von Thrakern und Dakern auf dem Ostbalkan und in der Wallachei angebaut wurden.

Traminer-Savagnin-Komplex: Die direkt verwandten Sorten Traminer und Savagnin (Pinot) gehören zu den ältesten Rebsorten, von denen zahlreiche weitere Sorten abstammen.

Traminer-Urgruppe: Traminer und verwandte Sorten wie Süßschwarz, Cot, Oriou und Spätburgunder bilden eine Urgruppe von westkaspischen Sorten, die einst um 550 v. Chr. von Churrätern, Hurritern (Hurr-Hitti), Hatti, Elamannäern und Keltici (Chaldäern) aus Ostanatolien, dem armenischen Hochland oder Nordsyrien in die Süd- und Westalpen gebracht wurden.

Vitis persica: Auch Vitis caucasica (Negroul). Eine östliche Unterart der Sammelgruppe um Vitis vinifera L., die vor der Austrocknung Zentralasiens in Aserbaidschan, im Nordiran und in Tadschikistan, sowie im Nordwesten Afghanistans verbreitet war.

Zierfandlergruppe: Eine Sortenfamilie mit weißen, roten und blauen Sorten um den Namen Zierfandler. Zierfandler ist eine Ableitung von Schirwaner und bezieht sich auf die antike Weinregion Schirwan am westkaspischen Meer. 

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